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Die Legende vom Elefantenfriedhof

Spüren Elefanten den nahen Tod?

Geier und Beutegreifer sorgen schnell für die Entsorgung toter Elefanten

Was ist ein Elefantenfriedhof überhaupt?

Um die Frage, ob es Elefantenfriedhöfe gibt, sachgerecht beantworten zu können, sollte man sich zunächst darüber verständigen, was man unter einem Elefantenfriedhof verstehen will: Viele Menschen denken dabei an einen Ort, an den sich alte und kranke Elefanten zurückziehen, um dort bewusst in Ruhe und im Kreise ihrer Ahnen zu sterben.

Derartige Elefantenfriedhöfe gibt es ganz sicherlich nicht.

Allerdings gibt es (den Knochenfunden nach zu urteilen) Plätze, an denen auffällig viele Elefanten sterben. Das können Plätze sein, an denen besonders günstige Lebensbedingungen für geschwächte Tiere herrschen oder im Gegenteil auch Plätze, die ein geschwächtes Tier nicht mehr verlassen kann. Sümpfe z.B. erfüllen beide Kriterien: Sie bieten Wasser und Kühlung und ausreichend Nahrung, nicht zuletzt auch relative Sicherheit vor Beutegreifern wie Löwen, aber sie sind auch schwerer zu durchqueren, als die trockene Steppe.

Spüren die Tiere ihren nahen Tod überhaupt?

Sicherlich erkennt auch ein Tier im Falle einer Krankheit oder Verletzung: "Mir geht's schlecht". Eine Vorstellung vom Tod allerdings haben wohl nur die Menschen und auch unsere Vorstellung vom Tod ist in vielen (wahrscheinlich sogar in den meisten) Fällen von Mythen geprägt: In allen Religionen ist der Tod die zentrale Kategorie.

Milliarden Menschen spekulieren darüber, ob es nach dem Erlöschen der rein körperlichen Lebensfunktionen noch etwas gibt, irgendein Weiterleben von etwas, das viele als die "Seele" bezeichnen. Alles dies sind aber nur religiöse Vorstellungen. Tiere haben keine Religion.

Trauern Elefanten um ein totes Gruppenmitglied?

Das Gefüge innerhalb der Herde oder der Gruppe wird durch den Tod eines Gruppenmitglieds gestört. Wenn tatsächlich ein Tier der Herde plötzlich stirbt, dann werden die übrigen Mitglieder der Gruppe verstört sein, es ist eine völlig unnatürliche Situation, mit der die Tiere nicht fertig werden. Sie kehren immer wieder zu dem Leichnam zurück, versuchen mit dem Rüssel Kontakt aufzunehmen und wissen nicht, wie sie sich verhalten sollen.

Aber der Tod innerhalb der Herde ist im Freiland selten - Zoo-Elefanten, die das Siechtum und das Sterben eines Mitglieds ihrer Herde miterleben, dürfen da keineswegs zum Massstab genommen werden.

Im Freiland trennen sich kranke Tiere von der Herde, wenn es nicht mehr weitergeht. Das hat nichts zu tun mit einer "Vorahnung vom Tod", sondern damit, dass ein kranker und schwacher Elefant die langen Wanderungen seiner Herde einfach nicht mehr mitmachen kann. Die meisten kranken und schwachen Elefanten dürften sowieso den Tod durch Löwen sterben.

Der plötzliche Kindstod - auch beim Menschen gar nicht so selten - dürfte eine der wenigen Situationen sein, bei denen auch Elefanten in freier Wildbahn mit dem Tod eines Gruppenmitglieds unmittelbar konfrontiert werden. Natürlich ist die ganze Gruppe darüber aufgeregt. Es gibt viele "Tanten" in einer Elefantenherde, die sich alle um das Baby kümmern - auch wenn es tot ist.

Das wird von menschlichen Beobachtern dann gerne als "Trauer" gedeutet, ist tatsächlich aber nur der Versuch, das tote Baby wieder auf die Beine zu bringen. Dass die leibliche Mutter sich am längsten und intensivsten darum bemüht, ist doch nur allzu selbstverständlich.

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